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Wie alles begann …

Wie alles begann …

Dies ist die Geschichte der Anfänge des Kleingartenvereins Stegen e.V., die von den ersten Bemühungen zur Pachtung eines Kleingartengeländes über die Ersteinrichtung bis zum Aufbau der ersten Gartenlauben handelt.

Die Geschichte der Kleingärten begann schon im frühen 19. Jahrhundert in England. Im Jahre 1819 erließ die englische Regierung ein Gesetz, dass die Verpachtung von Land an Erwerbslose und Arme regelte. In Deutschland übernahmen später die Städte Kiel und Flensburg den Gedanken. Von hier breitete sich die Idee weiter über Leipzig, Berlin und weiter in den Süden aus.

Wie fing es in Stegen an?

Anfang der 1970er Jahre zogen immer mehr Familien nach Stegen. Viele von ihnen besaßen am bisherigen Wohnsitz einen Garten, so auch Rainer Lüth. Daher lag es nahe, dass Rainer Lüth, Klaus Bühler und Anton Schneider die Initiative zur Anpachtung eines Grundstücks in Stegen ergriffen. Im Oktober 1976 gab es 20 Unterschriften von Interessenten und man wandte sich erstmals an die Gemeinde Stegen. Im März 1977 erhielt man zunächst einen ablehnenden Bescheid der Gemeinde, da kein geeignetes Grundstück vorhanden sei. Anton Schneider zog sich zurück und von nun an begann für Rainer Lüth und Klaus Bühler eine lange Verhandlungszeit mit der Gemeinde, bis man die ersten Gärten einrichten konnte.

Kurzauszug über die Verhandlungen:
– Ab Mitte 1977 laufende mündliche Nachfragen bei der Gemeinde.
– Im Oktober 1978 erneute schriftliche Anfrage aller Interessenten bei der Gemeinde.
– Im März 1979 verhandelt die Gemeinde mit der Kageneckgemeinschaft über ein Grundstück.
– Im Oktober 1980 erscheint im Gemeindeblatt: „Wer hat Interesse an einem Kleingarten“?
120 Bewerber bekunden ihr Interesse.
– Die Gemeinde erwirbt das heutige Kleingartengelände zum Preis von 183.000 DM.
– Im Januar 1981 will die Gemeinde nur noch mit einem Verein – sprich Vorstand –
weitere Verhandlungen zum Generalpachtvertrag, Bebauungsplan, Kleingartenordnung und der Vergabe der Gärten führen.

Das anvisierte Kleingartengelände, Foto vom Sommer 1981

Im Mai 1981 erfolgte die konstituierende Sitzung des Kleingartenvereins Stegen e.V. unter der Leitung des damaligen Bürgermeisters Birkenmeier.
Gewählt wurden: 1. Vorsitzender: Rainer Lüth, 2. Vorsitzender: Klaus Bühler , Kassier: Rolf Willmann.

1981 erfolgten mehrere Bauausschusssitzungen und die Firma Steinhilp legte die Entwürfe der Bauvorschriften für die Gartenhütten vor. Ferner bezifferte die Firma Steinhilp die Gesamtkosten zur Erschließung mit Einteilung der Pacht-Parzellen, Wasseranschluss, Weg am Eschbach, Planung, Bodenbearbeitung, Vermessung usw. auf 212.000 DM, welche die Gemeinde übernehmen wollte. Nach der Bürgeranhörung und schwierigen Verhandlungen zwischen Gemeinde und Vereinsvorstand wurde der Bebauungsplan verabschiedet.

Ab Mai 1982 gab es über mehrere Monate intensive Verhandlungen bezüglich Gestaltung des Geländes mit Bachufer, Vertragsinhalt der Kleingartenordnung, des Generalpachtvertrages, der Unterpachtverträge, der Bauordnung usw. Große Unterstützung erhielt der Vorstand jedoch vom Landesbund der Gartenfreunde aus Stuttgart und konnte dadurch mehrere Verbesserungen durchsetzen.

Am 6. Juli 1983 erfolgte die Unterzeichnung des Generalpachtvertrages durch den damaligen Bürgermeister Herrn Birkenmeier sowie Rainer Lüth und Klaus Bühler. Die auf die zweite Ölkrise einsetzende Rezession in Deutschland machte jedoch alle Pläne zunichte. Überall fehlte Geld und eingeplante Zuschüsse/Planungen der Gemeinde blieben aus. Aufgrund dieser Tatsache verzichteten viele Interessenten auf eine Parzelle. Letztendlich blieben nach den Vergaberichtlinien der Gemeinde 16 Bewerber übrig.

Im Herbst 1983 wurde auf der ersten ordentlichen Mitgliederversammlung in geheimer Wahl der vollständige Vorstand gewählt und ins Vereinsregister eingetragen. 1. Vorsitzender: Rainer Lüth, 2. Vorsitzender: Klaus Bühler, Kassier: Rolf Willmann, Schriftführer: Manfred Trenker.

Jedes Mitglied zahlte für Material 1.200 DM in die Kasse ein. In Eigenarbeit errichteten die Vereinsmitglieder gemäß Bebauungsplan einen Zaun mit Eingangstüren. Vorarbeiten für die Verlegung der Wasserleitung in den Gärten, die Bachbepflanzung und vieles mehr wurden vorgenommen. Besonders engagierten sich – neben dem Vorstand – Lothar Nageleisen, Christian Wolters, Gerhard Halier, Rudolf Kille und Bernhard Steiert.

3. November 1983: Endlich bekam der Verein nach mehreren Änderungen den Baufreigabeschein
zur Errichtung von 14 Gartenlauben, die streng nach den Vorschriften des Bebauungsplans erstellt wurden.

Zäune stehen, Beete sind hergerichtet, Frühjahr 1984

Ab 1984 war es also mit der Stille im Wiesengrunde vorbei, denn auf dem neuen Gartengelände wurde nun überall gesägt und gehämmert, und bald standen die ersten Hütten im Rohbau.

Die 16 Kleingarten-Pächter der ersten Stunde waren die Familien Halier, Mauz, Steiert, Gabele, Kille, Kossmann, Preißler, Bühler, Lochmann, Nagleisen, Lüth, Wolters, Franziskonelli, Frank, Wassmer, Willmanny. Es war eine eingeschworene Gemeinschaft, wo Unstimmigkeiten nicht aufkamen und sich alle an die eingegangenen Verpflichtungen hielten.

1989 erweiterte der Verein die Anlage um einen Garten. 1992 folgten drei weitere Gärten. 1993
kamen 5 Gärten hinzu und 1994 erreichte man die jetzige Größe von 35 Kleingärten. Von den Gründungsmitgliedern bewirtschaften heute noch die Pächter Preißler, Lochmann, Lüth, Bühler und Willmann ihren Garten.

Verfasser: Rainer Lüth und Klaus Bühler im November 2023

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