Grundlage gärtnerischer Erfolge ist der Boden. Er kann günstige oder ungünstige Eigenschaften mitbringen. Manche ungünstigen Faktoren können wir gärtnerisch ausgleichen (Düngung, Humus, Kalkung), andere Faktoren hingegen nicht (Bodenart). Ein genauerer Blick auf unsere Scholle lohnt sich also. Das Gelände des Kleingartenvereins Stegen befindet sich im Gewann „Hofmatte“. Das Gebiet gehört laut Online-Karte des Landesamts für Geologie (LGRB https://maps.lgrb-bw.de/) zur Bodenkundlichen Einheit A83 Brauner Auenboden aus Auenlehm und Auensand über Bach- und Flussschotter. Der Flusschotter wurde während und nach der letzten Eiszeit hier abgelagert. Das folgende Bild zeigt einen Ausschnitt aus dem Online-Kartenviewer des Landesamts für Geologie im Bereich Stegen.

Die folgende Datei gibt einen groben Überblick über die Eigenschaften eines Braunen Auenbodens.
Nach A83 ist die Bodenart sandig-lehmiger Schluff (Uls) bis schluffig-lehmiger Sand (Slu). Tonanteil: 8–17 % Schluff: 50–65 % Sand: 18–42 %. Wir haben auf jeden Fall ein Gemisch aus allen drei Bodenarten, was man gemeinhin als Lehm bezeichnet. Dazu finden wir in unserem Gartenboden auch Kies-Anteile, die vom Wasser aus dem Schwarzwald angeschwemmt wurden. Schluff ist die günstigste Bodenart, weil sie Wasser und Nährstoffe gut speichern kann, außerdem ist die Bearbeitbarkeit und Durchlüftung des Bodens gut. Kies und Ton sind die ungünstigen Anteile (siehe Tabelle des StMUGV 2006).

Weitere Informationen zu den 4 Hauptbodenarten findet man im Internet, z.B. hier bei simple club gut aufbereitet. Die Angaben des Geologischen Landesamts zum Braunen Auenboden sind natürlich sehr grob, denn sie umfassen nicht nur unser Gewann „Hofmatte“, sondern alle ähnlichen Schwemmlandböden der Region. Für genauere Daten sollte eine Bodenuntersuchung in Betracht gezogen werden. Der folgende Link enthält eine Liste zugelassener Labore. Dabei kann man auch Nährstoffgehalte des Bodens, eventuelle Schadstoffgehalte und Dünge-Empfehlungen bekommen.
Die eigene Bodenart kann man jedoch auch selbst mit der Fingerprobe untersuchen, wo man die Gehalte an Sand, Schluff und Ton abschätzen kann. Dazu gibt es viele Videos (z.B. https://youtu.be/SNE8Fe9Dtm8?si=ABuVn7UQyNcIa27V) und Anleitungen (https://www.gartenstunde.de/bodenprobe-nehmen/).
Der Boden ist karbonatfrei, denn der Flusschotter wurde während und nach der letzten Eiszeit aus silikatischem Gestein des Schwarzwalds hier abgelagert.
Die nutzbare Feldkapazität beträgt 70mm-140mm. Bei 100 cm Wurzeltiefe bedeutet das eine Wasserspeicher-Fähigkeit von 70-140 Liter/qm. Das ist eine nur geringe bis mittlere Wasserspeicher-Fähigkeit, die sicher sehr vom Schluff-Anteil abhängt. Wie oben schon erwähnt, könnten wir die Anteile von Sand, Schluff und Ton mit der Fingerprobe (hier ein Link auf die Profi-Variante der Fingerprobe der LFL Bayern) selbst ermitteln oder wir lassen eine Bodenanalyse durchführen.
Der Humusgehalt eines Bodens kann die ungünstigen Eigenschaften von Sand- und Tonböden verbessern, er ist also auch eine wichtige Kenngröße des Bodens und sollte beachtet werden. Auch den Humusgehalt kann man selbst untersuchen (gartenstunde.de/bodenprobe-nehmen/#Den_Humusgehalt_in_der_Erde_selbst_bestimmen).
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